Carbonstahl und Carbonstahlmesser

Black Chili Messer sind aus Carbonstahl geschmiedet. Auf dieser Seite erfahrt ihr, was Carbonstahl auszeichnet und welche Vorteile er für eure Kochmesser bringt.

WAS IST CARBONSTAHL?

Carbonstahl besteht aus ca. 98% Eisen, 1% Kohlenstoff und 1% weiteren Elementen (Silizium, Mangan usw.). Um zu verstehen, wie dieses Gemisch dem Stahl außerordentliche Fähigkeiten verleiht, schauen wir uns erst einmal die “Konkurrenz” an: Den Edelstahl.

WAS IST EDELSTAHL?

Auch Edelstahl hat Eisen und Kohlenstoff, allerdings deutlich weniger, denn ca. 15% des Materials sind Chrom. Dieses wird dem Stahl beigemischt, um ihn rostträge zu machen. So rostträge, dass er auch als “rostfrei” vermarktet wird. Das Chrom kommt allerdings mit Nebenwirkungen: Es macht den Stahl nicht nur rostträger, sondern auch spröder und instabiler.*

Carbonstahl vs. Edelstahl

Carbonstahl
Carbonstahl
Edelstahl
Edelstahl
Carbonstahl
Carbonstahl
Edelstahl
Edelstahl
Weitere Bezeichnungen

Kohlenstoffstahl

Rostfreier Stahl

Anfangsschärfe

Sehr hoch*

Deutlich geringer*

Nachschärfbarkeit

Sehr gut. Einfach, schnell, hohes Schärfeergebnis*

Deutlich größerer Aufwand, hohe Schärfe schwierig erzielbar*

Standzeit (wie lange das Messer scharf bleibt)

Je nach Anwendung 3 - 24 Monate*

Deutlich schneller stumpf*

* alle Beschreibungen und Vergleiche von und zwischen Carbon- und Edelstahl auf dieser Seite beziehen sich auf die durchschnittlichen Klingeneigenschaften von Kochmessern auf dem Markt, bei sonst gleichen Rahmenbedingungen d.h. u.a. ähnlichen Anschaffungskosten bzw. ähnlichem Zeit- und Kostenaufwänden bei Schärfprozessen

Für Messerwisser

Eine Klinge ist scharf, wenn ihre Schneidkante ganz dünn und spitz zuläuft. Denn dann schneidet sie ohne viel Kraft in Lebensmittel. Um eine dünne, spitze Schneidkante zu erhalten, muss der Stahl: 

  1. gut schärfbar sein. D.h. dass man ihn also durch das Schleifen in eine dünn und spitz zulaufende Form bringen kann und  
  2. diese dünn und spitz zulaufende Form muss lange aufrechterhalten bleiben, mit anderen Worten: Stabil sein. Würde sie dem Kontakt mit dem Schneidbrett nicht standhalten, wäre sie nach dem ersten Schnitt wieder stumpf. 

Stabil und gleichzeitig gut formbar - in Stahleigenschaften übersetzt bedeutet das: hart und “duktil” (=zäh). 

Was dagegen passiert, wenn man ein sprödes Material in eine spitz zulaufende Form bringen will, zeigt sich am besten am Beispiel des Bleistifts: Beim Versuch, ihn anzuspitzen, also “nachzuschärfen”, bricht die Spitze ständig ab. Ähnliches passiert dem Edelstahl, nur natürlich auf viel kleinerer Ebene. Mit der 80-fachen Vergrößerung eines Mikroskops sieht man es allerdings umso deutlicher: Die Spitze bricht beim Schleifen ständig weg.*

Genau da liegt das Geheimnis des Carbonstahls: 15% weniger Chrom machen ihn viel zäher als Edelstahl, also weniger spröde. So zäh, dass er auch mehr Kohlenstoff verträgt. Das bringt ihm erstens seinen Namen ein (denn "Carbon" bedeutet “Kohlenstoff”) und macht ihn zweitens vor allem viel härter. Denn mehr Kohlenstoff bedeutet mehr Härte.*

Nochmal zusammengefasst für alle zum Mitschreiben: Carbonstahl ist deswegen so scharf, weil er auf ca. 15% Chrom verzichtet. Das führt zu einer Steigerung der Duktilität (Zähigkeit), die eine Erhöhung des Kohlenstoffgehalts ermöglicht, was wiederum mehr Härte bedeutet. Die Kombination aus mehr Duktilität + mehr Härte bringt Carbonstahl zu hervorragender Schleifbarkeit und Schneidkantenstabilität und damit zu seiner extremen Schärfe.

Häufige Fragen zu Carbonstahlmessern

Ist Carbonstahl dasselbe wie Kohlenstoffstahl?

Ja, Carbonstahl und Kohlenstoffstahl bezeichnen exakt dasselbe Material. "Carbon" ist das englische Wort für Kohlenstoff — beide Begriffe werden im Deutschen gleichbedeutend verwendet. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Karbonstahl oder hochgekohlter Stahl. Alle meinen den gleichen Stahl: eine Eisen-Kohlenstoff-Legierung ohne nennenswertes Chrom, die durch ihren hohen Kohlenstoffgehalt eine außergewöhnliche Härte und Schärfefähigkeit erreicht.

Was ist ein Carbonstahlmesser?

Ein Carbonstahlmesser ist ein Messer, dessen Klinge aus Carbonstahl — auch Kohlenstoffstahl genannt — gefertigt wird. Dieser Stahl besteht zu ca. 98% aus Eisen und zu ca. 1% aus Kohlenstoff. Der hohe Kohlenstoffanteil macht die Klinge außergewöhnlich hart und ermöglicht eine extreme Schärfe, die mit rostfreiem Edelstahl nicht erreichbar ist. Carbonstahlmesser sind die bevorzugte Wahl von Profiköchen und Messerliebhabern, die höchste Schnittleistung fordern.

Was ist der Unterschied zwischen einem Carbonstahlmesser und einem Edelstahlmesser?

Der entscheidende Unterschied liegt im Chromgehalt: Edelstahl enthält ca. 15% Chrom, das ihn rostträge macht — aber gleichzeitig spröder und schwerer schärfbar. Carbonstahl verzichtet auf dieses Chrom, ist dadurch zäher, härter und lässt sich zu einer deutlich feineren Schneide schleifen. Das Ergebnis: Carbonstahlmesser sind schärfer, behalten ihre Schärfe länger und lassen sich einfacher nachschärfen. Der einzige Nachteil — Carbonstahl ist nicht rostfrei und braucht etwas mehr Pflege.

Rostet ein Carbonstahlmesser?

Ja, Carbonstahlmesser können rosten, wenn sie nicht gepflegt werden. Da Carbonstahl kein Chrom enthält, reagiert die Klingenoberfläche bei Kontakt mit Feuchtigkeit und Sauerstoff. Mit der richtigen Pflege ist das aber kein Problem: Messer nach jedem Gebrauch trocken abwischen, nicht im Geschirrspüler reinigen und bei längerer Lagerung dünn mit Speiseöl einreiben. Mit der Zeit bildet sich außerdem eine schützende Patina, die die Klinge von selbst vor Rost schützt.

Was ist die Patina bei einem Carbonstahlmesser und ist sie schädlich?

Die Patina ist eine dunkle, grau-blaue Schicht, die sich mit der Zeit auf der Klingenoberfläche eines Carbonstahlmessers bildet. Sie entsteht durch den Kontakt mit säurehaltigen Lebensmitteln wie Zwiebeln, Zitrusfrüchten oder Tomaten. Die Patina ist nicht schädlich — ganz im Gegenteil: Sie ist eine natürliche Schutzschicht, die die Klinge vor weiterem Anlaufen und Rost bewahrt. Ein Carbonstahlmesser mit schöner Patina ist ein Zeichen guter Pflege und regelmäßigen Einsatzes.

Wie pflege ich ein Carbonstahlmesser richtig?

Die Pflege eines Carbonstahlmessers ist einfach, wenn man drei Grundregeln befolgt: Erstens, das Messer nach jedem Gebrauch sofort mit warmem Wasser abspülen und gründlich trocknen — stehende Feuchtigkeit ist der größte Feind. Zweitens, niemals in den Geschirrspüler — die aggressiven Reinigungsmittel und Hitze schädigen sowohl Klinge als auch Griff. Drittens, bei längerer Lagerung eine dünne Schicht Speiseöl oder Kameliöl auf die Klinge auftragen. Wer diese Regeln einhält, hat jahrzehntelange Freude an seinem Carbonstahlmesser.

Wie schärfe ich ein Carbonstahlmesser?

Das ist eine der größten Stärken des Carbonstahlmessers: Es lässt sich deutlich einfacher und schneller schärfen als Edelstahl. Empfohlen wird ein japanischer Wasserstein mit einer Körnung von 1.000 für die Grundschärfe und 3.000–6.000 für den Feinschliff. Alternativ funktioniert ein Lederriemen (Strop) hervorragend, um die Schneide zwischen den Schärfgängen aufzufrischen. Wichtig: Keinen Wetzstahl aus hartem Edelstahl verwenden — ein Keramikwetzstab oder ein weicher Abziehstahl sind besser geeignet.

Für wen eignet sich ein Carbonstahlmesser?

Carbonstahlmesser eignen sich für alle, die maximale Schärfe und Schnittleistung in der Küche schätzen und bereit sind, ihr Messer etwas zu pflegen. Besonders beliebt sind sie bei Profiköchen, leidenschaftlichen Hobbyköchen und Messerliebhabern, die den Unterschied einer wirklich scharfen Klinge kennen. Weniger geeignet sind Carbonstahlmesser für Menschen, die ihr Messer konsequent in den Geschirrspüler werfen oder sich um Pflege keine Gedanken machen wollen.Für diese ist ein gutes Edelstahlmesser die bessere Wahl.